Vor dem Katzenkauf
Katzen sind wesentlich selbstständigere, allerdings auch eigensinnigere Tiere als Hunde. Sie verlangen ihrem Halter in der Regel deutlich weniger Zeit und Beschäftigung ab und erscheinen dadurch auf den ersten Blick pflegeleichter. Einige wichtige Fragen sollten Sie sich jedoch trotzdem beantworten, bevor Sie Ihr "Leben unter der Samtpfote" beginnen - auch wenn plötzlich Ihre Nachbarin / Nachbar sagt: "...Meine Katze hat gerade Junge bekommen, ich schenke Ihnen eine..."
Kosten
Kosten
Eine Katze kostet Geld - in Summe mindestens etwa 8.000 EUR über ihr ganzes Leben, gern aber auch mehr. Einige Ausgaben fallen einmalig an (Kaufpreis, Ausstattung wie Kratzbaum, Futternapf, evt. Kastration, Katzendecke, Transportkorb, Katzenklo, ggf. Netze für Balkon oder Fenster). Andere Kosten entstehen Ihnen regelmäßig (Futter, Einstreu, Spielzeug, Wurmkuren, weitere Kosten für die Gesundheit). Hinzu kommen in unregelmäßigen Abständen Kosten für den Ersatz diverser Möbel, an denen Ihr Stubentiger seine Krallen geschliffen hat.
Zeit
Zeit
Zunächst sind da die regelmäßigen Aufgaben wie Fütterung, Säuberung der Katzentoilette etc. Auch wenn die Haltung einer Katze nicht so zeitintensiv ist wie die eines Hundes, müssen Sie sich trotzdem regelmäßig mit dem Tier beschäftigen. Katzen sind neugierige, intelligente Tiere. Je mehr sie sich langweilen, desto schneller werden sie Dinge zu Spielzeug umfunktionieren, die nicht dafür vorgesehen sind.
Hinzu kommt, dass Ihr Samtpfötchen erstaunlich alt werden kann. Die durchschnittliche Lebenserwartung einer Katze liegt mit 15 Jahren deutlich höher als beim Hund. Das höchste bei einer Katze nachgewiesene Alter betrug stolze 30 Jahre. Sie binden sich mit Ihrer Entscheidung also für eine Zeit, die selbst für Menschen sehr lang ist.
Gesundheit
Gesundheit
Falls unter den Mitgliedern Ihrer Wohnung ein für Tierhaare empfindlicher Allergiker ist, ist das Thema Katze generell erledigt. Solche Allergien können jedoch auch noch nach gewisser Zeit erworben werden - was passiert dann mit dem Tier? Ein lieber Verwandter, der ggf. noch Platz für eine zweite Katze hätte - oder Abschiebehaft im Tierheim?
Urlaub
Urlaub
Die wenigsten Katzen werden Sie überreden können, mit Ihnen auf Reisen zu gehen. Wer versorgt das Tier in Zwischenzeit? Im Idealfall haben Sie Verwandte oder Freunde, die das Tier kennen oder gar selbst Katzen haben, und Ihren Schützling in der fraglichen Zeit versorgen können. Eine Alternative hierzu ist die Katzenpension allerdings nicht ganz billig.
Kinder
Kinder
Kinder und Katzen vertragen sich in der Regel gut. Dies bedeutet: Wenn Ihr Kater keine Lust mehr auf Knuddeln hat, sucht er einfach das Weite, im schlimmsten Fall gibt es einen herzhaften Wink mit den Krallen. Doch selbst ein Biss (kommt selten vor) stellt bei einem (gesunden) Tier dieser Größe kaum eine Gefahr für Kinder dar.
Auf keinen Fall sollten Sie gleich nachgeben, wenn Ihr Kind drängelt, weil Nachbars junges Kätzchen so niedlich aussieht. Im Zweifelsfall tragen Sie 15 Jahre lang die Verantwortung für das Tier, wenn Ihr Kind das Interesse an einer allzu egozentrischen Samtpfote verliert.
Rasse
Rasse
Suchen Sie ein Rassetier, so kommen Sie kaum an einem professionellen Züchter vorbei. Sie sollten auf jeden Fall mehrere Züchter aufsuchen, die Würfe anschauen, sich das Muttertier zeigen lassen und ggf. den Stammbaum prüfen. Gehen Sie ruhig mehrmals hin, und kaufen Sie niemals ein Tier aus Mitleid oder in Eile. Preise für Rassekatzen können bis in den vierstelligen Bereich vordringen.
Eine einfache Hauskatze (also wahrscheinlich irgend eine unbekannte Mischung) bekommen Sie in der Regel kostenlos. Hier tragen Sie jedoch selbst die Kosten für Impfung und Entwurmung.
Verschiedene Katzenrassen haben nicht nur unterschiedliche Ansprüche an Umgebung und Beschäftigung, sondern auch verschiedene Gemüter. Informieren Sie sich rechtzeitig und umfassend, damit Sie sich später gut miteinander verstehen.
Erziehung und Beschäftigung
Erziehung und Beschäftigung
Katzen lassen sich nicht erziehen wie Hunde. Sie unterwerfen sich nicht , da sie keine Rudeltiere sind. Außerdem haben Katzen keinen festen Schlafplatz. Gern nutzen sie zum Schlafen jedoch warme Orte, wie z.B. morgens das Fußende Ihres Bettes. Rechnen Sie außerdem damit, überall Katzenhaare zu finden .
Katzen brauchen Spielzeug! Vor allem reine Wohnungskatzen können durch Spielen ihren Jagdtrieb befriedigen. Zwei Arten von Spielzeug mag Ihre Katze: Solches, mit dem sie allein spielen kann und solches, bei dem Sie am anderen Ende sitzen - also interaktives Spielzeug. Sie müssen aber nicht unbedingt gleich etwas kaufen - Katzen sind sehr phantasievoll, oft reicht eine einfache Papiertüte, oder eine an einem Stab befestigte Feder etc., um ihren Spieltrieb zu reizen.

